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Pedro The Lion – Havasu
Als David Bazan 2019 unerwartet Pedro the Lion wieder ins Leben rief, wollte er damit die Zeit seiner Kindheit in Phoenix, Arizona, thematisieren. Wie sich herausstellte, war das Reunion-Album lediglich das erste eines geplanten Zyklus von fünf Alben, die sich ausschliesslich seinen prägenden Jahren widmen. Während «Phoenix» vom vollzeitlichen musikalischen Beitrag zweier neuer Mitglieder (Gitarrist Erik Walters und Schlagzeuger Sean Lane) profitierte, ist die Fortsetzung «Havasu» letztlich eher ein Soloalbum, auf dem Bazan den Löwenanteil der Instrumente selbst spielt. Das eigene siebte Schuljahr aus der Distanz des mittleren Alters zu dokumentieren, ist keine Herausforderung, der sich viele Songwriter bereitwillig stellen würden, doch angesichts Bazans Vorliebe für selbstzerstörerische Selbstreflexion widmet er sich dieser Aufgabe mit seiner gewohnten Intensität und einer überraschenden Portion Zärtlichkeit. Schauplatz dieser jugendlichen Torheiten ist Lake Havasu in Arizona, eine Vorstadtgemeinde in der Wüste, die um einen künstlichen See herum entstanden ist, der als letzte Ruhestätte der London Bridge bekannt ist, die Ende der 60er Jahre von einem wohlhabenden Ölmagnaten aus England dorthin verlegt wurde. Über einem Fundament aus rauem, launischem Indie-Rock erzählt Bazan vom Elend, im prägenden Alter von 12 Jahren gegen seinen Willen an diesen Ort versetzt worden zu sein, und von dem turbulenten Schuljahr, das darauf folgte. Es gibt Verwirrung, Frustration, peinliche Schwärmereien und verpatzte Romanzen sowie einige lebensprägende Momente kreativen Wachstums, insbesondere im herausragenden «My First Drum Set», das in ergreifenden Details seinen verzweifelten Wechsel im Bandraum von der Klarinette zum Schlagzeug beschreibt. Obwohl liebevoll geschrieben und straff arrangiert, sorgen Havasus durchgehend schleppendes Midtempo und der bittersüsse Charakter seines Themas für ein etwas trostloses Hörerlebnis. Bazan hat sich nie vor schwierigen Emotionen gescheut, aber eine Aufarbeitung seiner frühen Jahre in fünf Alben ist schwer zu verkaufen. Andererseits ist die Mittelschule für jedes Kind eine harte Zeit, also bleibt zu hoffen, dass seine nächste Etappe weniger mühsam wird.
© Timothy Monger /TiVo
Als David Bazan 2019 unerwartet Pedro the Lion wieder ins Leben rief, wollte er damit die Zeit seiner Kindheit in Phoenix, Arizona, thematisieren. Wie sich herausstellte, war das Reunion-Album lediglich das erste eines geplanten Zyklus von fünf Alben, die sich ausschliesslich seinen prägenden Jahren widmen. Während «Phoenix» vom vollzeitlichen musikalischen Beitrag zweier neuer Mitglieder (Gitarrist Erik Walters und Schlagzeuger Sean Lane) profitierte, ist die Fortsetzung «Havasu» letztlich eher ein Soloalbum, auf dem Bazan den Löwenanteil der Instrumente selbst spielt. Das eigene siebte Schuljahr aus der Distanz des mittleren Alters zu dokumentieren, ist keine Herausforderung, der sich viele Songwriter bereitwillig stellen würden, doch angesichts Bazans Vorliebe für selbstzerstörerische Selbstreflexion widmet er sich dieser Aufgabe mit seiner gewohnten Intensität und einer überraschenden Portion Zärtlichkeit. Schauplatz dieser jugendlichen Torheiten ist Lake Havasu in Arizona, eine Vorstadtgemeinde in der Wüste, die um einen künstlichen See herum entstanden ist, der als letzte Ruhestätte der London Bridge bekannt ist, die Ende der 60er Jahre von einem wohlhabenden Ölmagnaten aus England dorthin verlegt wurde. Über einem Fundament aus rauem, launischem Indie-Rock erzählt Bazan vom Elend, im prägenden Alter von 12 Jahren gegen seinen Willen an diesen Ort versetzt worden zu sein, und von dem turbulenten Schuljahr, das darauf folgte. Es gibt Verwirrung, Frustration, peinliche Schwärmereien und verpatzte Romanzen sowie einige lebensprägende Momente kreativen Wachstums, insbesondere im herausragenden «My First Drum Set», das in ergreifenden Details seinen verzweifelten Wechsel im Bandraum von der Klarinette zum Schlagzeug beschreibt. Obwohl liebevoll geschrieben und straff arrangiert, sorgen Havasus durchgehend schleppendes Midtempo und der bittersüsse Charakter seines Themas für ein etwas trostloses Hörerlebnis. Bazan hat sich nie vor schwierigen Emotionen gescheut, aber eine Aufarbeitung seiner frühen Jahre in fünf Alben ist schwer zu verkaufen. Andererseits ist die Mittelschule für jedes Kind eine harte Zeit, also bleibt zu hoffen, dass seine nächste Etappe weniger mühsam wird.
© Timothy Monger /TiVo